Freitag, 23. März 2012

Stiller Lärm.


Der Kopf ist voller Kram, dennoch leer. Völliges Chaos inmitten von stillem Lärm. Ich bin rastlos, ruhelos, aufgekratzt. Um die Ecke in die U-Bahn, dreißig Minuten bis ins Zentrum. Ein Mädchen sitzt mir gegenüber, dass sich über verschimmelte Weintrauben und unfreundliche Menschen beschwert. Im Hauptbahnhof werde ich von einem Typen angerempelt und er entschuldigt sich schüchtern – eine Seltenheit, die mir gut tut. Ich laufe die Königsstraße entlang. Hoch, immer weiter hoch. Hier und da in ein Geschäft, die Gedanken rasen, der Mp3-Player wummert im Ohr. Schlossplatz. Menschenmassen um einen Kerl der vermutlich Straßenzauberei betreibt. Aus Angst vor Taschendieben bleibe ich nicht stehen, die Situation ist mir nicht geheuer. Lichter, Gedankenflash. Motiv um Motiv. Darauf habe ich gewartet. Erst zögere ich, laufe vorbei. Doch dann bleibe ich stehen, gehe zurück, zücke die Kamera und halte fest. Die Menschen sind irritiert, beobachten mich, aber beschweren sich nicht. Ich bin dankbar dafür und laufe, laufe, laufe, mit der Kamera in der Hand.

Kommentare:

  1. Der schönste Platz in Stuttgart um Leute zu beobachten :)

    http://mpeter.info

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  2. Sehr schön beschrieben, wie viel Überwindung es braucht um Streetshots zu machen... :)

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